Mittwoch, 17. Dezember 2014

Sprache konstruiert Wirklichkeit

Moin Moin,
ich habe gerade eine Karotte gegessen, die sah aus wie ein Penis. Ich konnte mich nur gerade so überwinden, das arme Ding zu essen.
äh... sorry.

Nein, das heutige Thema ist nicht "Kopfkino", sondern wie ihr am Titel schon sehen könnt, geht's voll wissenschaftlich los. Nein, keine Angst, ihr könnt auch weiter lesen, wenn ihr keine Linguisten  Sprachwissenschaftler_innen seid.

Ich kann auch anders anfangen: Was ist das bitte für ein Mythos von der Winter-Demotivation?
Ja, MYTHOS! Und der wird auch schön immer weiter reproduziert. Auch von mir, wie ich leider eingestehen muss: Ich lese bei vielen von euch im Moment, dass der eine oder die andere in einem kleinen Motivationsloch zu stecken scheint. Und was mache ich? Ich schreibe drunter "hey, mach' dir Nichts draus. das ist doch ganz normal bei dem Wetter!"

Ganz normal? Was ist schon ganz normal? 

Auch die aktuelle Ausgabe der Fit For Fun haut in diese Kerbe (ey, ich hab das Abo erfolgreich abbestellt... das ist das zweitletzte Heft. Aber so schlecht wie ich die Zeitschrift finde: Es gibt  immer etwas, zum drüber ärgern und drüber bloggen ☺):
"Ich weiß, der Winteranfang ist nicht die Zeit des Jahres, in der man sich in neue Motivationssphären schießt, ambitionierte Fitnessziele anpeilt, [oder..., oder..., oder...]. Jetzt passiert das menschlich Nachvollziehbare: wir lullen uns ein, ...." (Seite 3. Die ersten Worte des Chef-Redakteurs im Editorial)
Viele von euch mögen jetzt vllt. nicken und sagen "Ja, genauso ist das bei mir. Aber anscheinend kann ich  ja gar nichts dafür: Das scheint ja normal zu sein"

Wenn dem so ist, dann gebe ich euch folgenden Rat (eines meiner absoluten Lieblings-gifs.):

http://tileo.files.wordpress.com/2013/08/bild1.gif
von: http://tileo.files.wordpress.com/2013/08/bild1.gif
Denn: In meiner Welt ist es nicht normal, im Winter konsequent demotiviert zu sein (Klar, es gibt auch in dieser Jahreszeit gute und schlechte Phasen, aber die habe ich auch mal im Sommer, im Frühling, im Herbst, zum Karneval, an Halloween, Neujahr,..... )

Beobachtung 1: Gestern im Büro - mit Fahrrad, was für komische Seitenblicke bei einigen Kolleg_innen sorgte "Bei dem Wetter? Du wohnst doch ganz da draußen....?!"
Ganz ehrlich: Bei den Fahrradständern standen genauso viele Räder wie sonst auch immer (auch im Sommer sind's nicht mehr) - und es waren auch die selben Räder. Ich schließe daraus: Die Menschen, die im Sommer Rad fahren, die fahren auch im Winter Rad. Punkt. It's a habit (und Regenjacken sind nicht teuer).

Beobachtung 2: Ich bin gestern auch recht spät nach Hause gekommen - immer noch mit dem Fahrrad. Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was für einen Slalom ich da fahren musste. Nein, nicht um die Pfützen herum: Jogger_innen  - ÜBERALL. Große, kleine, schnelle, langsame, dicke, dünne Jogger_innen, am Stadtpark, an der Alster, am Park in meinem Viertel - und das um 22.00 Uhr. Sicherlich nicht mal die Rush Hour....


Fazit
Hamburg meldet: Kein Motivationsproblem


Ich ende mit einem Zitat aus der Zeit:
"Wie man es auch dreht und wendet: Bei der Frage nach der Realität landen wir am Ende bei uns selbst, bei den Begrenzungen und kulturellen Prägungen der menschlichen Wahrnehmung. Vielleicht lautet die beste Antwort auf die Frage nach der Realität daher einfach so: Realität ist stets das, was wir dafür halten."

PS: Ich will niemandem sein Motivationsloch absprechen. Wenns nicht läuft, dann läufts nicht. ich bin auch kein Superheld...
Und manchmal macht einen eben auch das Wetter fertig, aber eben nicht nur. Und die Ausrede "das ist ja auch normal im Winter" sollte von unseren Ausredenlisten gestrichen werden.

Wer sieht das ähnlich? Wer sieht es anders?

Dienstag, 16. Dezember 2014

Okraschoten, Tagesticket & keine Extrapfunde


Specialfood: Okraschoten
Dieses oben abgebildetet Päckchen gab es für 3,99 EUR (200gr) und wartete in der Kühltheke vom Karstadt-Supermarkt (Perfetto) auf mich. Okra? Schonmal gehört, aber nie gegessen. Weder selbst zubereitet, noch in Restaurant o.ä. ... Musste also mit :D
Das Gemüse, das auch "Ladyfingers" genannt wird, wird vor allem in Thailand gut und gerne genutzt, obwohl es ursprünglich aus Afrika kommt. Es ist 5 - 15 cm lang (meine Schoten hatten die gute Mittellänge) und hat eine flaumige Schale. An diesem Gemüse ist alles essbar, auch die weißen, kugeligen "Kerne". Den Flaum merkt man nach dem Kochen auch nicht mehr! Dank Chefkoch.de habe ich ein sehr leichtes Rezept gefunden, denn die Zubereitung war mir nicht unbedingt sofort klar gewesen ;-) Im Netz findet man auch zahlreiche Zubereitungsarten, die komplizierter klingen. Aber nach der Arbeit noch aufwändig kochen? Nääähh! ;-)
Man schneidet die Stielenden ab, den Rest der Schoten schneidet man in etwa 1-2 cm starke Ringe. Hierbei fällt schon auf, dass ein schleimiger Saft beim Aufschneiden austritt. Die Stücke dann in einem geschlossen Topf mit etwas Wasser (nur am Boden, soll die Schoten nicht komplett bedecken) zehn Minuten köcheln lassen. Wer mag kann noch Zwiebeln dazugeben und natürlich würzen!
Hier seht ihr meine Okraschoten-Paprika-Nudel-Pfanne
Bei mir wanderten sie danach mit angebratener (orangener) Paprika und Nudeln in die Pfanne, etwas Pesto drüber und fertig! War Lecker! Der Geschmack erinnert an milde Bohnen, ich würde sagen, das ist definitiv ein sehr vielseitiges Gemüse, das in viele Gerichte passt - und aber auch das Volumen eines Essens aufpolstern kann, wenn ihr wisst, was ich meine :D





Sport des Tages: Fitness Studio
https://web2n.tac.eu.com/elements_STGCL_htng/
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Da ich (wenig bis) keinen Familienanschluss habe und ab dem 24.12. Urlaub (und somit Zeit!) - habe ich mich gefragt, was ich sinnvolles anstellen könnte. Dazu kommt, dass ich mir jedes Jahr selber etwas schenke. So kam ich auf folgende Idee: Ich schenke mir eine Tageskarte für das Fitnesstudio, welches auch an den Feiertagen geöffnet hat. Diese kostet 12,- EUR und beinhaltet Gerätetraining, Kurse (abgespeckte Version wg Feiertage aber trotzdem^^) und Sauna! Da werd ich mir mal was gönnen, wa? :-P Neben Steuererklärung und Radreparatur muss schließlich auch Sport während des Urlaubs sein! Am 2. Weihnachtsfeiertag hat auch "mein" Schwimmbad wieder geöffnet - also alles kein Drama. Ich bin ja mal gespannt, wie es mir gefallen wird - am Ende schließe ich noch eine Mitgliedschaft ab *HAHA* Und dort ist man bestimmt nicht allein, es wird ja noch den ein oder anderen Grinch hier geben? :-)


Spruch des Tages: No extra pounds

Dieses Bild fand ich ganz gelungen - es zeigt eine Werbe-Kampagne eines Fitnessstudios zum Thema Weihnachten. Ja, muss man denn unbedingt zunehmen an Weihnachten?
Da ich keinerlei Einladungen zum Essen habe, könnte es doch tatsächlich sein, dass es mal wieder mit dem Abnehmen klappt? :-P
http://www.business2community.com/marketing/
top-15-creative-christmas-advertisements-0702017
Oder ich werde so frustriert sein, dass ich die ganze Zeit nur frustfresse...
Bin schon am überlegen, sogar eine leichte Suppendiät durchzuziehen, da ich derzeit eh wieder Probleme mit der Verdauung habe, weil ich zuviel Quatsch durcheinander esse :-( Dazu leichten Sport wie Schwimmen oder Crosstrainer - das wär doch was! Was meint ihr? Habt ihr an Weihnachten ausschließlich Familienfeiern auf dem Plan oder ähnliche grinch-ige Pläne wie ich? :D


Montag, 15. Dezember 2014

(De)Motivationsschub

Mensch, schon wieder Montag?!
Mir fallen langsam keine Themen mehr ein. ;) Nein Scherz.
Ich habe mich gestern etwas mit dem Thema Demotivation auseinander gesetzt.
Ich hatte glaube schon mal erwähnt, dass ich in X Facebookgruppen bin und hunderte Seiten geliket habe bzgl. gesunde Ernährung und Sport und lese nebenbei noch viele Blogs (und entdecke immer wieder einen neuen). Ich bin mir sicher, dass es vielen nicht anders geht.
Jetzt die Frage, warum sind wir dann noch nicht da, wo wir hin wollen? Warum bin ich immer noch da, wo ich gerade bin? Und vor allem frage ich mich immer wieder, wie das die anderen (aus diesen ganzen Gruppen) machen (die mit den geilen Bildern ihrer sexy Strandfigur).

allteenstalk.com

Bei mir ist es so, dass die Theorie zu 100% sitzt, und doch ödet mich manchmal meine volle Küche an, oder ich stehe ratlos da und weiß nichts zu kochen, oder frage mich 5x, ob ich jetzt echt Lust auf Sport habe. Ich frage mich ehrlich, nachdem ich wahrscheinlich schon die halben Sparten Gesundheit, Medizin, Sport und Ernährung der Bibliothek durch habe, mir selbst hin und wieder Bücher kaufe und mich ab und zu mit Freunden/Bekannten austausche, ob es überhaupt noch etwas oder viel gibt, was ich lernen kann und soll. Und ist das überhaupt notwendig? Ich sag mal ja, denn ich brauche einfach immer neuen Stoff, neue Ideen, Inspirationen und regen Austausch.
Ich kann ehrlich gesagt dieses 'ach man kann sich ja doch mal was gönnen' echt nicht mehr hören. Dieses 'ein bisschen von der Schokolade und ein kleines Stück Kuchen schadet ja nichts' nervt mich so sehr. Fängt nicht da der (Teufels)Kreislauf an?
Das hört sich jetzt zwar etwas blöd an, aber ich habe Sehnsucht nach den Momenten, in denen ich durchweg gesund und clean gegessen habe, regelmäßig sehr gerne und meist wie besessen zum Sport gegangen bin. Ich mochte mich total, hab mir selbst im Spiegel zugezwinkert, hab die Leichtigkeit meines fast schlanken Körpers genossen, die Vitalkraft in mir gespürt.

1zoom.net

Nur warum fällt es mir (und euch) nur momentan so schwer, das beizubehalten? Ja, es ist fast Winter, die Dunkelheit, diese Massen an ungesundem Essen, dessen Düfte ich/wir tagtäglich ausgeliefert bin/sind und immer wieder aufs Neue locken. Ich mache ehrlich drei Kreuze, wenn das alles wieder vorbei ist. Hier in Berlin herrscht die reinste Fresswelt.
Es ist jetzt nicht so, dass ich großartig viel zugenommen habe (mit Sicherheit hat sich aber der Muskel-Fett-Anteil verändert), aber dieser ständige Griff nach dem, was ich gar nicht wirklich essen will, nervt mich einfach, dieses lechzen wieder nach Süßigkeiten - furchtbar. Es schmeckt ja nicht mal wirklich. Und dadurch ist mein Körper so antriebslos, so 'verkleistert'.
Ich muss es mir eingestehen, ich habe es nicht geschafft, es diesen Winter endlich hinzubekommen, trotz der guten Vorarbeit und dem ganzen Wissen. In der dunklen Jahreszeit gehe ich ein wie ein Blümchen, welches einfach Sonne zum leben und durchatmen braucht.

brokolinos-malbuch.de

Aber steinigen werde ich mich deswegen jetzt natürlich nicht. ;) Wie hieß es vor kurzem auf einem Blog? Dann haben wir wenigstens etwas für's neue Jahr, worüber wir auch wieder schreiben können.
Es gibt so viele Dinge, die ich mir ab Januar vorgenommen habe.
- grüne Smoothie, mindestens 5x die Woche einen
- mir den Kopf darüber zerbrechen, wie ich Sport am besten und effektivsten machen (und vor allem meine Disziplin halten) kann
- 2 Tage die Woche nur für mich, so richtig Wellness-like
- vielleicht doch jetzt endlich mal mit Yoga und Pilates anfangen, auch wenn nur 1x/Woche
- mich mehr mit veganen Sachen befassen, Fleisch und Milchprodukte so gut es geht einschränken
- mich voll und ganz meiner Ernährungsberaterausbildung widmen und Gleichgesinnte finden
Ich möchte am 1.1.2015 gut vorbereitet sein, deswegen werde ich mich die nächsten zwei Wochen ausgiebig an Pläne, To-Do-Listen und noch an manch Bücher setzen.


exeltimes.com

Wer irgendwelche tollen - phänomenalen - Ideen hat, nur her damit!
Ich bin mir durchaus sicher, dass ich es schaffen werde, die Frage ist nur wann. Ich versuche dieses Jahr irgendwie essenstechnisch zu überstehen. Manchmal wache ich auf, und merke, dass mich diese 'Was gibts heute zum Essen?'-Frage nervt, und so soll es einfach nicht sein.


pulpypics.com

Sonntag, 14. Dezember 2014

Das Laufen und das Selbstbewusstsein

Stellen wir uns einmal einen Polizisten vor, der eine Demonstration überwacht. Wie steht er da?
Seine Füße stehen mindestens hüftbreit auseinander und das Gewicht ist auf beiden Beiden gleich verteilt. Er hat seine Schultern zurückgenommen und steht dadurch aufrecht.
Warum steht er gerade so da?
Er muss in jedem Fall selbstsicher wirken, damit sich niemand traut ihm dumm zu kommen. Je nachdem, was er mit seinen Armen macht, wirkt er sogar bedrohlich.
Stellen wir uns nun eine nervöse Schülerin bei einem Referat vor der Klasse vor. Wie steht sie?
Wahrscheinlich entlastet sie ein Bein, steht nicht frontal zur Klasse, sondern ein wenig gedreht. Sie verlagert immer das Gewicht von dem einen auf das andere Bein und ihr Blick ist bestimmt immer unter Augenhöhe der Zuhörer, sodass ihr Kopf leicht gesenkt ist und ihre Schultern leicht nach vorne fallen. Passend wären jetzt noch offene Haare, hinter denen sie sich versucht zu verstecken und ein leichtes Tigern, was vermuten lässt, dass sie einen Ausweg sucht und nur noch der Situation entfliehen möchte.
Warum steht sie so da?
Ihr ist die Situation unangenehm und zweifelt wahrscheinlich an ihrem Wissen und kann das Wissen, dessen sie sich sicher ist, nicht verkaufen. Alles an ihr schreit nach Unsicherheit und eigentlich will sie nur erlöst werden bzw. auf mysteriöse Weise verschwinden und am besten im Boden versinken.
Als ich in die Oberstufe kam, habe ich mich bei Referaten und Präsentationen immer eher wie die beschriebene Schülerin hingestellt. Seit ein paar Monaten bemerke ich aber das Phänomen, dass ich teilweise bis oft vor der Klasse die breitbeinige Pose einnehme, wenn ich einen Vortrag halten soll. Meine Knie sind durchgedrückt und ich stehe ziemlich fest, während ich aufrecht stehe und meine Schultern zurücknehme.
Der Übergang von der einen zur anderen Vortragshaltung fand parallel mit dem Wiedereinstieg im Laufen und den persönlichen Erfolgen bei Strecke und Zeit statt. Anfangs dachte ich, dass es mit den arbeitenden Muskeln zu tun haben könnte und meine Beine jetzt keine Entlastung mehr bräuchten, sondern ich langsam eine "Grund-Körperspannung" entwickelte.
Langsam glaube ich aber nicht, dass es an meinen Muskeln liegt, sondern vielleicht eher daran, dass ich durch die durch das Laufen errungenen Erfolge mehr Selbstbewusstsein erlangt habe und noch ein Stück selbstsicherer auftrete (und ich war vorher auch nicht schüchtern, sondern hatte schon ordentlich Selbstbewusstsein).
Und das freut mich ungemein.
Laufen kann echt das Leben verändern!
PS: Nein, ich gedenke nicht Psychologie zu studieren, aber ich bin in der TheaterAG unserer Schule und liebe es, sich in neue Rollen reinzufinden und das Innere nach außer zu kehren.

Freitag, 12. Dezember 2014

Ist die Luft raus?

Hey ihr,

ich weiß nicht, woran es liegt, aber irgendwie ist zurzeit bei mir "Die Luft raus". Ich kann mich manchmal fast gar nicht dazu aufraffen, ins Fitness-Studio zu gehen, morgens zur Schule gehen ist sowieso immer ein Kampf, lernen hängt mir aus dem als heraus, Hausaufgaben sowieso. Und dann kommen solche Gedanken wie "Ich muss ja kein Sport machen...", obwohl ich mir eigentlich immer einen schönen Plan mache und den dann einhalte. Aber wenn ich immer so um halb vier nach Hause komme, was esse, es langsam dunkel wird und dann - wenn's ganz top ist - auch noch regnet: Dann würde ich alles machen, sogar lernen und so weiter, aber bloß nicht ins Studio. Obwohl es, wenn ich erstmal da bin, immer ganz gut ist! Klar, irgendwie brauche ich mal einen neuen Trainingsplan, weil ich nicht mehr wirklich schwitze, aber es gibt mir einfach ein gutes Gefühl. Außerdem habe ich zurzeit so viel anderes im Kopf wegen Schule (Seminarfach, 2x LK-Arbeiten à drei Stunden, Ausarbeitungen, Hausaufgaben, mündliche Beteiligung...), aber auch Persönliches, dass zurzeit halt irgendwie nichts mehr geht, habe ich das Gefühl. Nur laufen klappt super, letztes mal hatte ich sogar so viel Lust, dass ich freiwillig die große Runde gelaufen bin. Auch wenn ich zurzeit immer eine dicke, fiese Blase am Fuss habe, die mich ziemlich stört - es läuft im wahrsten Sinne des Wortes. Und auch Yoga ist super, wir werden alle immer besser und meine schoko-braune neue Matte macht ihren Dienst nahezu perfekt. Trotzdem: ich freue mich wirklich, wenn solche Tage wie heute (Freitag) rum sind. 30-Minütige Präsentation, zweistündige Französisch-Klausur, Tanz-Präsnetation und dann zum Fitness. Es tut mir echt leid, dass ich mich heute heir so ausheule, aber das ist zurzeit das, was mich an meinen Plänen so hindert und ich würde ALLES dafür tun, um wieder richtig motiviert in die nächste Woche zu starten... zum Glück die letzte Schulwoche. Wenn ihr irgendwelche unschlagbaren Tipps für mich habt, lasst sie mich wissen, aber vielleicht habe ich ind en letzten Wochen einfach zu viel gemacht, um dieses Level beizubehalten... oder es liegt einfach and er Jahreszeit. Ich meine guckt mal raus: Stockdunkel, es regnet. Auf lange zeit finde ich persönlich das echt deprimierend.
Aber ich denke, dass reicht einfach von mir. Wenn ich meine Motivation wieder gefunden habe, schaffe ich es vielleicht, nächsten Samstag al einen guten/inhaltsvollen Post zu gestalten... mal sehen, ob sie sich heir mal wieder blicken lässt.

Bis zum nächsten Samstag,
Maybritt

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Weihnachtsstress...

Hallo ihr Lieben,
ich hatte sooooo ein schlechtes Gewissen dass ich letzte Woche nicht geschrieben habe!!!
Mein Liebster hatte am Mittwoch einen Hexenschuss und hat damit natürlich meine komplette Planung durcheinander geworfen... Ich hab mich natürlich gerne um ihn gekümmert. Der Arme konnte sich bis zum Wochenende kaum bewegen... :(

Ansonsten stehen natürlich viele Weihnachtsfeiern an, die das Gewichthalten zu einer echten Herausforderung machen... Mittlerweile bin ich leider wieder bei der "Der nächste Januar kommt bestimmt-Einstellung" angelangt und es ist gerade mal die Hälfte der Adventszeit rum... Egal, letztes Jahr hat es ja auch irgendwie geklappt und wenn gar nichts mehr hilft, muss ich wohl wieder zu WeightWatchers gehen :)

Mein Fitness-Adventskalender hält mich ja zumindest in Form und im Januar beginnt ja dann auch direkt der Trainingsplan für den Venloop-Halbmarathon. Also: Alles wird gut!

Heute feiern wir erstmal meinen 25. Geburtstag - jetzt bin ich schon ein viertel Jahrhundert alt. Wie die Zeit vergeht....

Habt ihr auch Probleme das Gewicht zu halten oder gar abzunehmen, wenn es so viele leckere Sachen gibt???

Mittwoch, 10. Dezember 2014

My Story vom Anfang und Ende

 ☼ GUTEN MORGEN ☼

Frl. Zyx hat hier am Montag mal zu den Fragen aller Fragen aufgerufen (und diese natürlich auch für ihren Fall beantwortet):
"Was mich interessieren würde ist, wie es war, wie es ist, wie es sein soll, und wie es sein wird.
Wie war euer Anfang? Wann habt ihr beschlossen, dass sich etwas ändern muss? Was hat euch motiviert? Was habt ihr für euch dadurch entdeckt?
Oder seit ihr gescheitert (zwischendurch), hat euch das Schicksal einen Strich durch die Rechnung gemacht?
Und wie ging euer Weg weiter? Kämpft ihr alleine oder habt ihr Mitstreiter gefunden? Habt ihr vielleicht neue Menschen/Gleichgesinnte gefunden (oder durch euren neuen Weg verloren)?
Was hat euch geändert, sind eure Prioritäten noch immer (wie am Anfang) die selben?
Und jetzt, da das Jahr zu Ende geht, habt ihr geschafft, was ihr dieses Jahr schaffen wolltet? Passt das Weihnachtskleidchen schon oder die Hose eine Nummer kleiner?
Sind vielleicht neue Anregungen zu anderen Sachen durch euren Weg gekommen?
Gibt es Dinge, die ihr nicht mögt, oder euch schwer fallen?
Was ist euer Ziel?"
Wow.... mehr geht wohl auch nicht mehr^^
 Ich hatte schon in die Kommis geschrieben, dass ich mich diesen Fragen am Mittwoch (also heute) widmen werde.

So...  dann will ich auch keine Zeit mehr vergeuden -


Here we go



Wie es war:
Tja, der Anfang ist schwer auszumachen. Meine ES war bereits 2007 offiziell als solche angesehen. Also, Familie, Freunde und Ärzte waren der Meinung, ich sei untergewichtig und hätte ein gestörtes Verhältnis zum Essen (nicht ganz unberechtigt). Damals dachte ich, die spinnen alle (hier jetzt in Gedanken einen verständnislosen Obelix einfügen, der sich mal wieder über die Römer wundert). Wie ich euch ja auch letzte Woche schon erzählt habe, hatte ich lange Zeit nicht das Bestreben zuzunehmen. Da ich ja aber offiziell als krank eingestuft wurde, musst ich über meine ES natürlich nach außen furchtbar betroffen sein. Ganz lange Zeit habe ich nur in Gegenwart meiner Eltern gegessen und selbst, wenn ich allein war und mega Hunger hatte, habe ich nichts genommen, bevor sie kamen. Erstens, um zu "beweisen", dass ich ja esse und zweitens, hatte ich immer Angst, dass plötzlich das super fettige Essen auf dem Tisch steht - und darum war das hungern davor eben "prophylaktisch". 

Mein Umzug nach Hamburg in eine WG stellte mich dann recht schnell vor einen Konflikt. Es gab keine äußere Kontrolle mehr und ich musst auch niemandem mehr etwas beweisen. Es machte also überhaupt keinen Sinn mehr, "prophylaktisch zu hungern". Ich ernährte mich sehr (!) kostengünstig und kalorienarm. In manchen Wochen reichten 5-6€ für das Essen der ganzen Woche.
Da ich nun auch keine Waage mehr besaß, kann ich nicht sagen, wieviel ich noch abgenommen habe. Ich hätte jetzt "gar nichts" geantwortet, aber meine beste Freundin von der Schule meinte später mal, dass sich in den ersten Semesterferien alle Sorgen um mich gemacht haben...anyway...

Dann - keine Ahnung, muss so Mitte 2010 gewesen sein - dann lief der Noro-Virus in Hamburg umher. Es ging auch recht viel durch die Medien, dass gerade kleine Kinder und alte Menschen daran sterben könnten. Meine Mitbewohnerin studierte Medizin (mittlerweile ist sie schon Frau Doktor in der Schweiz ☺) und erzählte ab und an, was an der Uni-Klinik so abging.
 Mir wurde schnell klar: Wenn ich Noro bekommen würde, dann gebe es wirklich Schwierigkeiten. Damals nahm ich meine mittlerweile beträchtliche körperliche Schwäche das erste Mal wirklich wahr. 

Ich nahm mir vor, zumindest so viel zuzunehmen, dass ich einen Noro-Virus überleben würde. Zum Glück musste ich das nie in der Praxis austesten.

Wie es ist
...tja. So einfach war das Zunehmen gar nicht. Der Körper musste erstmal viele, viele Reservelöcher stopfen. Plötzlich konnte ich Hunger auch überhaupt nicht mehr aushalten: Drei Stunden ohne iwas zu Essen brachte ich mich kreislaufmäßig an den Rand der Ohnmacht.
Es dauerte sicherlich mehr als ein Jahr, in dem ich mich von durchschnittlichen 2.500kcl täglich (mit moderater sportlicher Betätigung) ernährte, bevor ich überhaupt nennenswert zunahm. Wir reden hier aber noch lange nicht von einem gesunden Essverhalten. Mehr ein "Hungern+Fressattacken". Kalorien machten mir Angst. Oft hatte ich das Gefühl, nicht essen zu dürfen (weil ich wertlos bin, oder so)

Iwann kam das Langstreckenlaufen dazu (wie, das erzähle ich ein anderes Mal)
Das war insofern total wichtig, da mir schnell klar wurde, dass "Wer isst, muss auch Sport machen" nicht mehr funktional war. Es hieß nun: "Nur wer isst, kann Sport machen". 

Wie es sein soll
Ich dachte, ich wer auf dem perfekten Weg, gesund zu werden. Nach außen hin, bin ich das sicher. Normalgewicht und so. Und meine Depressionen, die mit der Magersucht zusammenhingen, sind auch weg. Schlechte Tage...klar, die hat jede_r Mal. Ideal wäre es nun, meinen Körper annehmen zu können und mich wohl zu fühlen. Aber... das geht nicht. Schwimmbad, Sauna - das wäre aktuell die Hölle für mich.

Wie es sein wird

Ich habe oft mit dem Gedanken gespielt, wieder abzunehmen und zwar nach der "alt bewährten" Methode. "Früher" haderte ich auf der körperlichen Ebene genauso mit mir, wie jetzt. Aber ich fand zumindest eine große Sicherheit in der ES (das verstehen wohl wirklich nur (Ex-)Magersüchtige...). Ein Gedanke schießt dann meistens schnell quer durch meinen Kopf ("trügerische Sicherheit") und ich esse "normal" weiter. Die Reserven in meinem Körper sind alle gefüllt und ich nehme bei jeder extra Kalorie sofort zu. Meine Tage habe ich auch noch mehr als 5 Jahren wieder und mutiere dann immer zu Super-Emo (hier jetzt bitte einen x-beliebigen Superhelden mit halblangen, schwarzen Haaren, tiefem Seitenscheitel und schwarzer Schminke vorstellen). Ich habe also die Probleme, die andere Frauen auch haben. Ein paar Langzeitschäden aus der ES kommen noch dazu, aber nichts (zum Glück), das mich im Alltag nennenswert einschränken würde. 

Die ES wird immer ein Teil von mir sein und solange ich das nicht vergessen, werde ich wohl körperlich stabil bleiben. So, wie sich trockene Alkoholiker jeglichen Hauch Alkohol verbieten, lasse ich die Finger von Diäten. Laufen lenkt mich ab und ist pseudomäßig recht weit oben auf meiner Prioritätenliste. So komme ich gar nicht dazu, dass Essen zu reduzieren. Denn: Nur wer isst, kann Sport machen. 

...so, ihr seid dran :D What's your Story?

(btw: eine persönliche Frage: Wenn ich den Marathon dann Ende April 2015 geschafft habe, wollte ich ein Buch schreiben, über die ES und den Weg zum Normalgewicht - vorher hätte ich das Gefühl, dass es etwas albern wäre. So ganz generell: Glaubt ihr, sowas interessiert noch jemanden?)