- immer nur ihren eigenen Bestzeiten hinterher laufen
- sind schrecklich egoistisch und empfinden jeden anderen Läufer als Hindernis auf der Strecke
- alle Zuschauer absolut ignorieren, weil sie für so einen "Quatsch" viel zu konzentriert sind
- die Bezeichnung "Individualsport" im Ganzen einfach viel zu ernst nehmen
- nicht in der Lage sein, als Team zu trainieren und/oder auch aufzutreten
Kurze Zusammenfassung: Sie verhalten sich die meiste Zeit total arschig...!
Besonders bei Volksläufen macht sich das sehr bemerkbar. Mit 6min./km bin ich (meistens) ein Schneckchen im Feld. Das ist OK und ich weiß, dass ich vorne im Feld nicht mithalten kann. Eigentlich ist mir das auch egal, weil wenn ich Profi-Sportlerin hätte werden wollen, würde ich 1. anders trainieren und hätte 2. viel früher damit angefangen.
Wenn man im Wettkampf nun nur eine Runde bestreiten muss, ist das alles auch eigentlich kein Problem. Aber wehe, man wird überrundet.
Ich renne dann in meinem Wettkampf-Tempo meistens entweder rechts oder links auf der Strecke und genieße im besten Fall die Atmosphäre, winke den Zuschauern zu und schlage in Kinder-Hände ein. Das ist im übrigen auch das, was mich an diesen Volksläufen glücklich macht! Leider aber nur so lange, bis der erste Spitzenläufer kommt. Hat dieser nämlich keine Begleitung, brüllt er, meistens viiiiel zu spät entweder "REEECHTS" oder "LIIIIINKS"!
Damit bin ich total überfordert, weil:
- Soll ich jetzt rechts oder links Platz machen?
- Warum kann ich deinen Atem denn schon im Nacken spüren? Geht das nicht ein bisschen früher?
- Habe ich als langsame Läuferin keine Daseinsberechtigung?
- Ist deine Bestzeit wichtiger als meine?
Bitte versteht mich nicht falsch. Ich habe größten Respekt vor jedem, der schneller Laufen kann als ich und ich gönne jedem seine persönliche Bestzeit. Ich frage mich nur, ob es ein Grund ist keine Rücksicht mehr aufeinander zu nehmen? Ich würde mir von den schnelleren Läufern einfach ein bisschen mehr Rücksichtnahme wünschen. Melden sie sich früh genug, mache ich die Ideallinie gerne frei, höre ich sie nicht kommen nehme ich als einzelne Läuferin doch nicht so viel Platz in Anspruch, dass man nicht um mich rum laufen könnte...
Wenn das Feld voll ist versuche ich immer, so wenig wie möglich im Weg zu stehen, drehe mich kurz um bevor ich überhole und halte genug Abstand zum nächsten Läufer. Natürlich könnte ich genauso die Ellenbogen ausfahren und mich durchboxen, aber ist es dann noch der Sport den ich mit so viel Leidenschaft ausübe? Ich denke nicht. Denn genauso wie ich die Läufer brauche, die ich Gelegentlich überhole und mich freue einen Platz gut machen zu können und die ich noch anfeuern kann, wenn ich glücklich im Ziel bin, brauche ich Vorbilder die an mir vorbei schießen und zeigen, was alles möglich ist.
Fehlt mir also das Wettkampf-Gen?
Selbst wenn das so ist, ist es mir eigentlich egal! Ich werde keine Weltmeisterin mehr und daher werde ich weiter lächeln, winken, Hände einschlagen und mich freuen, wenn die Zuschauer Interesse an meiner sportlichen Leistung haben und mich anfeuern!