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Montag, 13. April 2015

Theorie & Praxis

Hey ihr Lieben!

Heute möchte ich mal ein sehr wichtiges Thema ansprechen! Gestern habe ich ein interessantes Video zu der Sache gesehen, und das hat selbst in mir mal wieder das Wesentliche wachgerüttelt, auch wenn ich ja schon gut dabei bin.
Wir kennen es ja wahrscheinlich alle, dass wir unendlich viel lesen, zB hier die Blogeinträge, generell im Internet massig Seiten, Bücher, Zeitschriften, ... Wir schauen uns Youtubevideos zu Themen die uns beschäftigen an. Wir unterhalten uns mit gleichgesinnte Menschen, sind quasi immer im Austausch. Wir holen uns Inspiration und Motivation wo wir nur können. Das ist die Theorie.
Wir lernen, wir versuchen zu versuchen und begreifen und lassen uns auch bewusst lenken durch das was man uns eben bietet. Da wir nicht alle gleich sind, ist das wohl auch völlig okay!
Doch wie sieht es mit der Praxis aus??
Es ist schön und gut, so viel Input zu erhalten, aber was nützt es uns, wenn wir nichts davon umsetzen? Genau darauf kommt es an! Wir sollten uns bewusst werden, dass nur wir alleine etwas ändern können! Egal ob wir ein paar Kilo abnehmen wollen, egal ob unsere Ernährung anders laufen soll, egal ob wir mehr im Leben erreichen wollen. Wir müssen es tun, nur wir alleine haben es in der Hand, Veränderungen vorzunehmen!
Wir müssen aufhören, uns immer wieder Ausreden zurechtzulegen, wie sie uns gerade kommen. Schluss mit dem Aufschieben und Verantwortlichmachen der anderen.
Wir tragen so viel wertvolles Wissen in uns, warum setzen wir es nicht um? Warum wird es nicht angewandt? Wir wissen es doch längst wie es geht, wir haben schon richtig tolle Erfolge erzielt.
Und ja, das Leben ist nicht einfach, deswegen muss man sich knallhart Prioritäten setzen, auch wenn es erst mal nur für einen kurzen Zeitraum ist.
Versteht ihr was ich sagen will? All die Zeit, die wir investierten, um irgendwas zu erfahren, ist verlorene Zeit, wenn wir das Erfahrene/Gelernte nicht anwenden, in die Tat umsetzen.
Überlegt doch mal, wie viel Zeit bei euch in einer Woche zusammen kommt, um euch zu Motivation, Inspiration und Bildung anzueignen! Ich wette, es ist nicht gerade wenig.
Ich habe es in letzter Zeit oft gelesen: Ihr seit selbst Schöpfer eures eigenen Lebens!
In diesem Sinne...




Samstag, 7. März 2015

"Was da los mit uns?!"

Hey ihr Lieben,

alleine das Wetter verspricht ja mal, dass dieses Wochenende großartig wird! Das passt perfekt, denn ich muss lernen... aber der Tag hat 24h, also werden die voll und ganz ausgenutzt für lineare Gleichungs-Systeme, Führerschein, Mediation, Nervenzellen und Sport.
Manchmal frage ich mich, was die Menschen von vor 200 Jahren wohl denken würden, wenn sie uns heute sehen würden: Kein Fleisch? Kein Weizen? Keine Eier, Honig, Milch? Kein Kuchen und andere Schokolade, die so kostbar ist? Sie würden glattweg beim zugucken verhungern. Ich weiß, man kann heute nicht mit damals vergleichen, aber was ist bitte mit unserer Gesellschaft passiert. Alles dreht sich nur noch um Ernährung und Sportpensen, wenn man fremden Leuten zuhört schnappt man nur Stichworte wie "Lowcarb", "Fasten", "schlechtes Gewissen" auf. Ich würde hier nicht schreiben, wenn ich einen gesunden Lebensstil nicht vertreten würde - aber irgendwann ist es gut! Das Leben besteht nicht nur aus Nahrungsaufnahme und Zahlen auf der Waage, aus Plänen, wann man wie viel isst, was zu welchem Spiegelbild führt. Mich nerven diese ganzen Accounts einfach, die suggerieren, nur Salat mit kalorienreduzierten Kaugummis zu essen und nebenbei 9 Mal die Woche ins Fitti zu gehen. Alles dreht sich nur um healthy und so weiter. Vielleicht habe ich auch einfach nur ein Burnout von dem ganzen Lifestyle-Zeug. Trotzdem kann ich es nicht mehr hören, wenn mich Leute etwas zu meinen Essens- oder Sportangewohnheiten fragen. Lebt euer eigenes Leben und orientiert euch nicht an anderen! Wenn ihr wüsstet, wie viel Mist ich die letzten Wochen in mich reingestopft habe würdet ihr erstens 1.) eure Kinnlade wieder hochklappen müssen und 2.) mich insgeheim verurteilen. Denn das liegt in der Natur des Menschen: Die isst Schokolade? Das würde ICH ja nie machen, ich weiß ja, was dann passiert. Zurück zum wirklich gesunden würde ich gut finden. Ausgeglichen, balanced statt clean. Klar tut es gut, gesund zu leben und so weiter, aber warum ist es eigentlich so ein Statussymbol geworden, sich gesund zu ernähren? Das wäre mal eine Frage für die Soziologie und Psychologie von heute. Freud hätte sicher auch seinen Spaß an diesem Phänomen und würde uns auslachen: Wir passen perfekt in seine Psychoanalyse. Naja, das ist halt das, was mich zurzeit bewegt, was nicht heißt, dass ich mein sportliches und ernährungstechnisches Leben über Bord schmeiße - aber in manchen Phasen hilft auch kein Apfel oder keine Chia-Samen. In diesem Sinne ein wundervolles Wochenende für euch, mit viel Sonne, Zeit und Freude und vergesst nicht: Niemand mag es, mit einem Stock zu kuscheln.

Bis zum nächsten Samstag,
Maybritt

Mittwoch, 10. Dezember 2014

My Story vom Anfang und Ende

 ☼ GUTEN MORGEN ☼

Frl. Zyx hat hier am Montag mal zu den Fragen aller Fragen aufgerufen (und diese natürlich auch für ihren Fall beantwortet):
"Was mich interessieren würde ist, wie es war, wie es ist, wie es sein soll, und wie es sein wird.
Wie war euer Anfang? Wann habt ihr beschlossen, dass sich etwas ändern muss? Was hat euch motiviert? Was habt ihr für euch dadurch entdeckt?
Oder seit ihr gescheitert (zwischendurch), hat euch das Schicksal einen Strich durch die Rechnung gemacht?
Und wie ging euer Weg weiter? Kämpft ihr alleine oder habt ihr Mitstreiter gefunden? Habt ihr vielleicht neue Menschen/Gleichgesinnte gefunden (oder durch euren neuen Weg verloren)?
Was hat euch geändert, sind eure Prioritäten noch immer (wie am Anfang) die selben?
Und jetzt, da das Jahr zu Ende geht, habt ihr geschafft, was ihr dieses Jahr schaffen wolltet? Passt das Weihnachtskleidchen schon oder die Hose eine Nummer kleiner?
Sind vielleicht neue Anregungen zu anderen Sachen durch euren Weg gekommen?
Gibt es Dinge, die ihr nicht mögt, oder euch schwer fallen?
Was ist euer Ziel?"
Wow.... mehr geht wohl auch nicht mehr^^
 Ich hatte schon in die Kommis geschrieben, dass ich mich diesen Fragen am Mittwoch (also heute) widmen werde.

So...  dann will ich auch keine Zeit mehr vergeuden -


Here we go



Wie es war:
Tja, der Anfang ist schwer auszumachen. Meine ES war bereits 2007 offiziell als solche angesehen. Also, Familie, Freunde und Ärzte waren der Meinung, ich sei untergewichtig und hätte ein gestörtes Verhältnis zum Essen (nicht ganz unberechtigt). Damals dachte ich, die spinnen alle (hier jetzt in Gedanken einen verständnislosen Obelix einfügen, der sich mal wieder über die Römer wundert). Wie ich euch ja auch letzte Woche schon erzählt habe, hatte ich lange Zeit nicht das Bestreben zuzunehmen. Da ich ja aber offiziell als krank eingestuft wurde, musst ich über meine ES natürlich nach außen furchtbar betroffen sein. Ganz lange Zeit habe ich nur in Gegenwart meiner Eltern gegessen und selbst, wenn ich allein war und mega Hunger hatte, habe ich nichts genommen, bevor sie kamen. Erstens, um zu "beweisen", dass ich ja esse und zweitens, hatte ich immer Angst, dass plötzlich das super fettige Essen auf dem Tisch steht - und darum war das hungern davor eben "prophylaktisch". 

Mein Umzug nach Hamburg in eine WG stellte mich dann recht schnell vor einen Konflikt. Es gab keine äußere Kontrolle mehr und ich musst auch niemandem mehr etwas beweisen. Es machte also überhaupt keinen Sinn mehr, "prophylaktisch zu hungern". Ich ernährte mich sehr (!) kostengünstig und kalorienarm. In manchen Wochen reichten 5-6€ für das Essen der ganzen Woche.
Da ich nun auch keine Waage mehr besaß, kann ich nicht sagen, wieviel ich noch abgenommen habe. Ich hätte jetzt "gar nichts" geantwortet, aber meine beste Freundin von der Schule meinte später mal, dass sich in den ersten Semesterferien alle Sorgen um mich gemacht haben...anyway...

Dann - keine Ahnung, muss so Mitte 2010 gewesen sein - dann lief der Noro-Virus in Hamburg umher. Es ging auch recht viel durch die Medien, dass gerade kleine Kinder und alte Menschen daran sterben könnten. Meine Mitbewohnerin studierte Medizin (mittlerweile ist sie schon Frau Doktor in der Schweiz ☺) und erzählte ab und an, was an der Uni-Klinik so abging.
 Mir wurde schnell klar: Wenn ich Noro bekommen würde, dann gebe es wirklich Schwierigkeiten. Damals nahm ich meine mittlerweile beträchtliche körperliche Schwäche das erste Mal wirklich wahr. 

Ich nahm mir vor, zumindest so viel zuzunehmen, dass ich einen Noro-Virus überleben würde. Zum Glück musste ich das nie in der Praxis austesten.

Wie es ist
...tja. So einfach war das Zunehmen gar nicht. Der Körper musste erstmal viele, viele Reservelöcher stopfen. Plötzlich konnte ich Hunger auch überhaupt nicht mehr aushalten: Drei Stunden ohne iwas zu Essen brachte ich mich kreislaufmäßig an den Rand der Ohnmacht.
Es dauerte sicherlich mehr als ein Jahr, in dem ich mich von durchschnittlichen 2.500kcl täglich (mit moderater sportlicher Betätigung) ernährte, bevor ich überhaupt nennenswert zunahm. Wir reden hier aber noch lange nicht von einem gesunden Essverhalten. Mehr ein "Hungern+Fressattacken". Kalorien machten mir Angst. Oft hatte ich das Gefühl, nicht essen zu dürfen (weil ich wertlos bin, oder so)

Iwann kam das Langstreckenlaufen dazu (wie, das erzähle ich ein anderes Mal). 
Das war insofern total wichtig, da mir schnell klar wurde, dass "Wer isst, muss auch Sport machen" nicht mehr funktional war. Es hieß nun: "Nur wer isst, kann Sport machen". 

Wie es sein soll
Ich dachte, ich wer auf dem perfekten Weg, gesund zu werden. Nach außen hin, bin ich das sicher. Normalgewicht und so. Und meine Depressionen, die mit der Magersucht zusammenhingen, sind auch weg. Schlechte Tage...klar, die hat jede_r Mal. Ideal wäre es nun, meinen Körper annehmen zu können und mich wohl zu fühlen. Aber... das geht nicht. Schwimmbad, Sauna - das wäre aktuell die Hölle für mich.

Wie es sein wird

Ich habe oft mit dem Gedanken gespielt, wieder abzunehmen und zwar nach der "alt bewährten" Methode. "Früher" haderte ich auf der körperlichen Ebene genauso mit mir, wie jetzt. Aber ich fand zumindest eine große Sicherheit in der ES (das verstehen wohl wirklich nur (Ex-)Magersüchtige...). Ein Gedanke schießt dann meistens schnell quer durch meinen Kopf ("trügerische Sicherheit") und ich esse "normal" weiter. Die Reserven in meinem Körper sind alle gefüllt und ich nehme bei jeder extra Kalorie sofort zu. Meine Tage habe ich auch noch mehr als 5 Jahren wieder und mutiere dann immer zu Super-Emo (hier jetzt bitte einen x-beliebigen Superhelden mit halblangen, schwarzen Haaren, tiefem Seitenscheitel und schwarzer Schminke vorstellen). Ich habe also die Probleme, die andere Frauen auch haben. Ein paar Langzeitschäden aus der ES kommen noch dazu, aber nichts (zum Glück), das mich im Alltag nennenswert einschränken würde. 

Die ES wird immer ein Teil von mir sein und solange ich das nicht vergessen, werde ich wohl körperlich stabil bleiben. So, wie sich trockene Alkoholiker jeglichen Hauch Alkohol verbieten, lasse ich die Finger von Diäten. Laufen lenkt mich ab und ist pseudomäßig recht weit oben auf meiner Prioritätenliste. So komme ich gar nicht dazu, dass Essen zu reduzieren. Denn: Nur wer isst, kann Sport machen. 

...so, ihr seid dran :D What's your Story?

(btw: eine persönliche Frage: Wenn ich den Marathon dann Ende April 2015 geschafft habe, wollte ich ein Buch schreiben, über die ES und den Weg zum Normalgewicht - vorher hätte ich das Gefühl, dass es etwas albern wäre. So ganz generell: Glaubt ihr, sowas interessiert noch jemanden?) 

Montag, 10. November 2014

Montagstief

Hallo ihr Lieben!

Ich habe momentan ein richtig böses Zeitproblem. Wie gestern bei mir schon geschrieben, ist der Tag einfach zu kurz. Ich komme meist erst nach Mitternacht zum schlafen, oder liege ewig wach. Schon damals in meiner Schulzeit bin ich erst 10 Minuten bevor der Schulbus kam, aufgestanden, weil mir mein Schlaf heilig war (was meiner Mutter immer richtig zum Toben gebracht hat). Ich habe einfach so viel um die Ohren, meist beantworte ich abends noch Mails, recherchiere für was weiß ich, oder komme vom Sport erst spät Heim. So viele neue Dinge stecken in mir und wollen umgesetzt werden, sodass ich nachts einfach nicht abschalten kann. Das Spielchen 'Was wäre, wenn...' kennt wohl jeder.
Ich finde einfach nicht meine Mitte, bin meist in der Zukunft, als in der Gegenwart und somit rennt die Zeit einfach nur an mich vorbei. 10.11.2014? Habe ich nicht erst gerade darüber geklagt, dass Oktober ist?
Mir fehlt die Ruhe, als würde mir ein Teil fehlen. Durch den Schlafmangel sehe ich nicht nur wie ein wandelnder Zombie aus, ich fühle mich auch so. Ich hasse diese Müdigkeitskälte, wenn sich in einem alles zusammenzieht und man das Bedürfnis hat, sich ganz weit weg beamen zu wollen.
Mein Essverhalten war am Wochenende schlimm, und auch nicht optimal unter der Woche.
Um es kurz zu machen, es muss sich ganz schnell ganz viel ändern, sonst werde ich noch wahnsinnig.
Ich habe mir auch gestern mal etwas Zeit genommen und habe überlegt, wie ich das alles in den Griff bekommen könnte.
1. Prioritäten verschieben und anders setzen. Ich muss gnadenlos etwas (aus meinem Kopf) streichen, oder auf später verschieben. Wohnungsverschönerungspläne sind aufs neue Jahr verschoben, meine Facebookfreunde werden nichts mehr in den nächsten 2,3 Wochen von mir hören (lediglich um meine Clean Eating Gruppe werd ich mich kümmern, wenn auch nur grob), und wenn mir abends doch wieder das selbe durch den Kopf geht, schreibe ich es auf und leg den Zettel beiseite.
2. Entspannung muss das A und O werden! Deswegen heißt es für mich ab 22Uhr Laptop aus, Handy weg, Entspannung an.
3. Natürlich wieder besser Essen. Habe seit anderthalb Wochen mein Esstagebuch vernachlässigt, und ich muss sagen, es fehlt mir. Ich mag einfach gerne wissen, wann ich wie liege und wo ich stehe, nur das sagt mir, dass alles okay ist. Es ist einfach ein sicheres Gefühl, weder zu viel noch zu wenig zu essen. Und ich sollte nicht immer das selbe auf Arbeit essen, kein Wunder dass ich dann auf anderen Essenswegen komme.
Das sollte erst einmal reichen. Zumindest für den Anfang.
Da ich gerade an meinem Blogdesign arbeite und ich ein Gewinnspiel plane (6 Monate durchgehend geposte meinerseits), möchte ich mir auch die Zeit dafür nehmen, auch wenn ich schreibtechnisch gerade etwas zurücktreten muss. Sobald dieser Wandel meiner Arbeitssituation vorüber ist, wird sich eh alles (hoffentlich) wieder von selbst beruhigen.
Tipps zum abschalten meiner Gedanken nehme ich übrigens gerne entgegen.


Liebe Grüße,

Frl. Zyx