ich stürze mich gerade von Urlaub zu Urlaub, erst Dänemark, dann Münster und in zwei Wochen geht es dann auch wieder mal nach Barcelona! Ich als Maybritt finde das alles total super, nur leider hat mein essgestörtes Ich öfter mal genug und rebelliert ziemlich rum. Vielleicht habe ich gerade nur mal wieder eine stärkere Phase, aber ich kann mit Stolz sagen, dass ich so viel mehr als nur eine Zahl auf der Waage bin. Ich bin mehr als "Bitte, bitte unter X Kilo", ich lache unglaublich gerne und manchmal zu laut und zu lange, singe und tanze wie bekloppt vor unserem Badezimmer-Spiegel, koche meist leckere Sachen und manchmal Sachen mit komischer Konsistenz, backe für mein Leben gerne auch mal Unfälle, würde alles für meine Familie und Freunde tun und das Laufen gehört ebenso zu mir wie mein Verhalten zum Essen. Für mich muss oft alles perfekt sein, besonders das, was ich mache: Höher, weiter, schneller. Superlative in der Schule und in der Freizeit, aber reicht es nicht mal, normal zu sein? Das zu machen, was ich oben beschrieben habe und dabei Fehler zu machen? Ich habe nur noch ein Jahr in der Schule - und ich will es zu dem Besten machen, das ich je hatte. Dabei kann ich keine unnötigen Gedanken gebrauchen, erst recht nicht eine Stimme, die mir sagt, dass ich wie ein schwangeres Walross aussehe. Ich habe eben mal gegoogelt und ich werde niemals 1,5 Tonnen wiegen. Und wenn doch habe ich mal wieder ein Superlativ in der Tasche. Ich will Psychologie studieren. Nicht, weil ich mich dann prinzipiell selber therapieren könnte, wenn jemand das denkt. Vielleicht, weil ich Menschen helfen will oder weil ich es total interessant finde, warum wir so leben und handeln, wie wir es tun. Auch dafür kann ich keine unnötigen Gedanken gebrauchen, denn wenn ich bald ausziehe passt so gut wie niemand mehr auf mich auf. Ich bin 17 und es wird Zeit zu leben, denke ich. Fehler machen, schief singen und so weiter. Ich habe einen Großteil meiner Jugend damit verbracht, Kilos zu verlieren, um dann zu merken, dass ich eine Essstörung habe - und jetzt bin ich dabei wieder leben und essen zu lernen. Aber das definiert mich nicht, das bin nicht ich und deswegen möchte ich auch nicht mehr hier bloggen. Nicht, weil ich euch alle doof finde oder weil es mir keinen Spaß macht: Ich möchte einfach nicht mehr viel Zeit mit den Gedanken an Sport, Fitness, Abnehmen und so weiter verschwenden. Und da dieser Blog sich hier um all diese Themen dreht, kann ich da nichts mehr konstruktives beitragen, außer: Geht euren Weg! Egal wie langsam oder schnell ihr seid, ihr werdet ankommen und genau das versuche ich jetzt auch.
Dann nicht bis zum nächsten Samstag,
Maybritt












