Mittwoch, 2. April 2014

Essen lernen

Moin meine Lieben,
heute möchte ich einmal ganz persönlich starten - und hoffe, dass ich am Ende die Kurve bekomme und so allgemein werde, dass ihr auch was davon habt. Schreibt doch bitte in die Kommentare, ob's geglückt ist ☺

Also, wie die Stammleserschaft ja vllt. noch über mich weiß: Ich war früher magersüchtig. Und das prägt indirekt bis heute mein Essverhalten. Nein: ich zähle keine Kalorien. Echt nicht!
Vielmehr habe ich in meiner "Genesungsphase" Strategien entwickelt, die mir bis heute komplett in Fleisch und Blut übergegangen sind - und langsam saumäßig nerven.
  1. Ich kann kein Essen übrig lassen. Ich hatte früher eh nie Hunger/Appetit. Also musste ich anfangen, einfach den "Kopf" auszuschalten und zu essen. 
  2. Ich habe dadurch auch verlernt, was "normale" Portionen sind. Ich habe gegessen, was auf dem Tisch stand.
  3. Geht es mir körperlich schlecht, esse ich:  Früher war das mit 99%iger Trefferquote erfolgsversprechend.
Ich muss euch nun sicher nicht sagen, dass das alles Strategien sind, die eine Magersüchtige zwar sehr gut am Leben erhalten, aber für einen längst normalgewichtigen Menschen nicht besonders gut sind. Ich habe darum auch echt keine normale Einstellung zum Essen...

... ABER: Das soll sich jetzt ändern.

Und wie?
Am besten geht das sicherlich step by step. Als erstes möchte ich herausfinden, welche Lebensmittel ich eigentlich gar nicht mag. Und sie dann auch nicht essen (und durch ♥ -Food ersetzen)! Vielleicht kann ich euch nächste Woche schon mehr dazu sagen.

Und dann?
Ich weiß nicht, wie es dann weiter gehen soll.... habt ihr Ideen? 
Ich werde sicherlich herausbekommen müssen, was "echter" Hunger ist - und das "emotional eating" abstellen.
Im übernächsten Schritt finde ich auch sicher raus, was "normale" Portionen sind...
Habe ich etwas vergessen?

PS: Ich mache das nicht, um Abzunehmen! Aber ich will endlich eine normale Einstellung zum Essen entwickeln...
It's not about 'lose weight' - it is about 'gain health'!

Kommentare:

  1. Also ich drücke dir ganz doll die Daumen! Toi toi toi!
    Ich hatte selbst mal eine Essstörung und leide da auch heute noch drunter weil ich einfach keine "normale"/"gesunde" Einstellung zum Essen finde, sondern immer wieder in komische Muster abdrifte, die ich mir antrainiert habe. Dabei weiss ich eigentlich, was mir gut tut, kann es aber nicht umsetzen.

    Vielleicht solltest du dir überlegen, ob du ein Mensch bist, der 4 grössere Mahlzeiten am Tag braucht oder jemand, der mehrere kleine Mahlzeiten/Snacks braucht. Dann kannst du auch besser planen :) Also erstmal einen Essensplan machen vllt., also nicht auf kcal bezogen, sondern auf gesunde Lebensmittel, die dir schmecken und vorallem auf die Portionengrösse, so dass nur noch das auf den Tisch kommt, was du brauchst?

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  2. Ein sehr mutiges und sehr lobenswertes Vorhaben!
    Wichtig ist auch wirklich dieses emotional eating abzustellen. Darunter leiden ja nicht nur essgestörte Menschen, das ist ja fast eine Volkskrankheit. Das bedeutet dann zwangsläufig für dich, nach Baustellen in deinem Leben zu suchen und diese endlich fertig zu stellen oder ganz zu verschütten :)

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  3. ich bin sehr gespannt, was du weiterhin darüber schreibst. ich bin in einer ähnlichen situation. hatte auch jahrelang eine Essstörung und esse auch jetzt immer den ganzen teller. zwar habe ich wieder ein richtiges hungergefühl entwickelt und eigentlich auch ein sättigungsgefühl aber aufhören wenn ich satt bin? das klappt noch gar nicht.
    ich wünsche dir alles, alles gute für deinen weg. lg leuka

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  4. Die drei Strategien, die du ansprichst, habe ich auch verinnerlicht und versuche gerade daran zu arbeiten. In meinen Augen hat das Problem mit der Portionsgröße auch damit zu tun, dass in der Gesellschaft weniger mehr ist. D.h. desto kleiner die Portion, von der man (angeblich) satt wird, desto "toller" ist das (siehe zB Instagram).
    Ich wünsche dir, dass du das in den Griff bekommst und bin gespannt, was du in der nächsten Zeit darüber berichtest.
    Liebe Grüße
    Helly

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    1. Hallo Helly,
      ja, ich muss gestehen, dass da wirklich eins meiner Probleme zu finden ist: Von dem, was immer so als "eine Portion" im Internet herumkreiselt, werde ich niemals satt... Jede_r muss da wohl einfach seinen/ihren weg finden ;)

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    2. dito!
      Manche essen ein halbes Brötchen und sagen, sie seien voll.
      (ja, auch nicht-Magersüchtige)

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  5. Hallo liebes :) ich selbst habe diesen Schritt gerade geschafft. Ich habe mir angewöhnt nur kleine Portionen zu nehmen und falls ich später noch Hunger habe kann man schließlich immernoch nen apfel essen.:) bei mir war dieses emotional eating und immer essen bis alles aufgegessen ist eine Angewohnheit.
    Es braucht seine Zeit weil sich der Magen wieder verkleinern muss und das Gehirn sich von dieser Angewohnheit trennen muss aber es ist zu schaffen :) mir geht es so viel besser jetzt :)

    Ich drücke dir die Daumen !

    xoxo, weakheart :)

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  6. Oh wow... ich bin gerade ganz beeindruckt von euren Tipps und aufbauenden Worten. Hatte mich schon für den total freak gehalten, der mit diesen Problemen total allein da steht. ☺
    Danke ♥

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  7. Ich wünsche dir ganz viel Glück dabei! Ich finde es klingt nach einem sehr vernünftigen und guten Plan.
    Was das Hunger vs. Appetit angeht, das ist manchmal wirklich schwer zu unterscheiden. Wenn du z.B. merkst, dass du schwächer wirst, müde bist (obwohl du ausreichend geschlafen hast), die Konzentration nachlässt, dann ist es Hunger! Wobei sich dann auch schnell der Appetit einschaltet und man übertreibt.
    Ist wirklich schwer .. als Kind hat jeder von uns ein Hungergefühl und weiß wann man satt ist, aber schon durch regelmäßige "Fütterungszeiten" in den ersten Monaten kann dieses abgestellt werden... blöde Sache!

    Viel Erfolg jedenfalls!

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  8. Ich kenn dieses Problem auch (so ähnlich) und denke, mittlerweile bin ich auf einem guten Weg, wieder "normal" zu essen.
    Mir hat geholfen, meine Freunde mit ihren Essgewohnheiten zu beobachten und dann kopieren, wie man ohne Störung mit Essen umgeht. Eine Freundin von mir isst z.B. einfach das, was ihr schmeckt und auf was sie Lust hat. Da sie viel Sport macht, kann sie es sich gut leisten, auch Süßigkeiten zu essen. Ich habe mich immer fertig gemacht, wenn ich etwas "ungesundes" gegessen hab, obwohl ich auch fast jeden Tag Sport mache. Mittlerweile ess ich einfach das, worauf ich wirklich Lust hab (auch wenn das Schokolade ist), kriege seltener Fressanfälle und denke weniger in schwarz-weiß in Bezug auf gesund und ungesund.
    Mit der Zeit lernt man immer besser, auf seinen Körper zu hören und herauszufinden, was man eigentlich essen will. Es braucht vielleicht ein paar (viele) Fehlversuche, aber man lernt jedesmal daraus.
    Außerdem sollte man sich echt nicht von anderen Leuten verunsichern lassen oder sich bescheuerte Kommentare zu Herzen nehmen, denn jeder hat ein ganz anderes Verhältnis zum Essen.

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    1. Oh ja, dieses "Kopieren" hat mir anfangs auch total geholfen, überhaupt essen zu können ☺ Meine Mama - gertenschlank (!!!) und Daueresserin (von Croissants über Schoki bis zu deftigen Aufläufen) - war da mein Vorbild. ♥

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