Samstag, 7. März 2015

"Was da los mit uns?!"

Hey ihr Lieben,

alleine das Wetter verspricht ja mal, dass dieses Wochenende großartig wird! Das passt perfekt, denn ich muss lernen... aber der Tag hat 24h, also werden die voll und ganz ausgenutzt für lineare Gleichungs-Systeme, Führerschein, Mediation, Nervenzellen und Sport.
Manchmal frage ich mich, was die Menschen von vor 200 Jahren wohl denken würden, wenn sie uns heute sehen würden: Kein Fleisch? Kein Weizen? Keine Eier, Honig, Milch? Kein Kuchen und andere Schokolade, die so kostbar ist? Sie würden glattweg beim zugucken verhungern. Ich weiß, man kann heute nicht mit damals vergleichen, aber was ist bitte mit unserer Gesellschaft passiert. Alles dreht sich nur noch um Ernährung und Sportpensen, wenn man fremden Leuten zuhört schnappt man nur Stichworte wie "Lowcarb", "Fasten", "schlechtes Gewissen" auf. Ich würde hier nicht schreiben, wenn ich einen gesunden Lebensstil nicht vertreten würde - aber irgendwann ist es gut! Das Leben besteht nicht nur aus Nahrungsaufnahme und Zahlen auf der Waage, aus Plänen, wann man wie viel isst, was zu welchem Spiegelbild führt. Mich nerven diese ganzen Accounts einfach, die suggerieren, nur Salat mit kalorienreduzierten Kaugummis zu essen und nebenbei 9 Mal die Woche ins Fitti zu gehen. Alles dreht sich nur um healthy und so weiter. Vielleicht habe ich auch einfach nur ein Burnout von dem ganzen Lifestyle-Zeug. Trotzdem kann ich es nicht mehr hören, wenn mich Leute etwas zu meinen Essens- oder Sportangewohnheiten fragen. Lebt euer eigenes Leben und orientiert euch nicht an anderen! Wenn ihr wüsstet, wie viel Mist ich die letzten Wochen in mich reingestopft habe würdet ihr erstens 1.) eure Kinnlade wieder hochklappen müssen und 2.) mich insgeheim verurteilen. Denn das liegt in der Natur des Menschen: Die isst Schokolade? Das würde ICH ja nie machen, ich weiß ja, was dann passiert. Zurück zum wirklich gesunden würde ich gut finden. Ausgeglichen, balanced statt clean. Klar tut es gut, gesund zu leben und so weiter, aber warum ist es eigentlich so ein Statussymbol geworden, sich gesund zu ernähren? Das wäre mal eine Frage für die Soziologie und Psychologie von heute. Freud hätte sicher auch seinen Spaß an diesem Phänomen und würde uns auslachen: Wir passen perfekt in seine Psychoanalyse. Naja, das ist halt das, was mich zurzeit bewegt, was nicht heißt, dass ich mein sportliches und ernährungstechnisches Leben über Bord schmeiße - aber in manchen Phasen hilft auch kein Apfel oder keine Chia-Samen. In diesem Sinne ein wundervolles Wochenende für euch, mit viel Sonne, Zeit und Freude und vergesst nicht: Niemand mag es, mit einem Stock zu kuscheln.

Bis zum nächsten Samstag,
Maybritt

Kommentare:

  1. Hey Maybritt,
    ich verstehe auf der einen Seite TOTAL was du meinst. Aber wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umsehe, muss ich zum Glück sagen, dass es so schlimm nicht ist. Nicht mal im Ansatz: Da wird Schokolade gegessen, ab und zu Sport, Alkohol getrunken, gemacht und morgens um 6 gibts Döner, wenn wir von der Reeperbahn nach Hause gehen.
    Nerviger finde ich z.B. die Posts auf Facebook von der FitforFun und Women's Health und so weiter. Die passen irgendwie voll und ganz in deinen Beitrag hier rein. Manchmal machen mich diese "Gesundheitstipps von oben herab" sogar richtig aggressiv.
    Ich habe im Februar auch den größen Mist gemacht - ernährungstechnisch. (Darum auch immer noch kein Rückblick auf meinem Blog dazu *haha*). Aber manchmal ist eine Tafel Schokolade oder ein Schnaps (oder 2,3,...) einfach der kürzere Weg zum Wohlbefinden.

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  2. Den Nachsatz "Niemand mag es mit einem Stock zu kuscheln" hättest du dir meiner Ansicht nach echt schenken können... erst so ein guter, durchdachter Post und dann sowas :-(

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