Mittwoch, 17. Dezember 2014

Sprache konstruiert Wirklichkeit

Moin Moin,
ich habe gerade eine Karotte gegessen, die sah aus wie ein Penis. Ich konnte mich nur gerade so überwinden, das arme Ding zu essen.
äh... sorry.

Nein, das heutige Thema ist nicht "Kopfkino", sondern wie ihr am Titel schon sehen könnt, geht's voll wissenschaftlich los. Nein, keine Angst, ihr könnt auch weiter lesen, wenn ihr keine Linguisten  Sprachwissenschaftler_innen seid.

Ich kann auch anders anfangen: Was ist das bitte für ein Mythos von der Winter-Demotivation?
Ja, MYTHOS! Und der wird auch schön immer weiter reproduziert. Auch von mir, wie ich leider eingestehen muss: Ich lese bei vielen von euch im Moment, dass der eine oder die andere in einem kleinen Motivationsloch zu stecken scheint. Und was mache ich? Ich schreibe drunter "hey, mach' dir Nichts draus. das ist doch ganz normal bei dem Wetter!"

Ganz normal? Was ist schon ganz normal? 

Auch die aktuelle Ausgabe der Fit For Fun haut in diese Kerbe (ey, ich hab das Abo erfolgreich abbestellt... das ist das zweitletzte Heft. Aber so schlecht wie ich die Zeitschrift finde: Es gibt  immer etwas, zum drüber ärgern und drüber bloggen ☺):
"Ich weiß, der Winteranfang ist nicht die Zeit des Jahres, in der man sich in neue Motivationssphären schießt, ambitionierte Fitnessziele anpeilt, [oder..., oder..., oder...]. Jetzt passiert das menschlich Nachvollziehbare: wir lullen uns ein, ...." (Seite 3. Die ersten Worte des Chef-Redakteurs im Editorial)
Viele von euch mögen jetzt vllt. nicken und sagen "Ja, genauso ist das bei mir. Aber anscheinend kann ich  ja gar nichts dafür: Das scheint ja normal zu sein"

Wenn dem so ist, dann gebe ich euch folgenden Rat (eines meiner absoluten Lieblings-gifs.):

http://tileo.files.wordpress.com/2013/08/bild1.gif
von: http://tileo.files.wordpress.com/2013/08/bild1.gif
Denn: In meiner Welt ist es nicht normal, im Winter konsequent demotiviert zu sein (Klar, es gibt auch in dieser Jahreszeit gute und schlechte Phasen, aber die habe ich auch mal im Sommer, im Frühling, im Herbst, zum Karneval, an Halloween, Neujahr,..... )

Beobachtung 1: Gestern im Büro - mit Fahrrad, was für komische Seitenblicke bei einigen Kolleg_innen sorgte "Bei dem Wetter? Du wohnst doch ganz da draußen....?!"
Ganz ehrlich: Bei den Fahrradständern standen genauso viele Räder wie sonst auch immer (auch im Sommer sind's nicht mehr) - und es waren auch die selben Räder. Ich schließe daraus: Die Menschen, die im Sommer Rad fahren, die fahren auch im Winter Rad. Punkt. It's a habit (und Regenjacken sind nicht teuer).

Beobachtung 2: Ich bin gestern auch recht spät nach Hause gekommen - immer noch mit dem Fahrrad. Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was für einen Slalom ich da fahren musste. Nein, nicht um die Pfützen herum: Jogger_innen  - ÜBERALL. Große, kleine, schnelle, langsame, dicke, dünne Jogger_innen, am Stadtpark, an der Alster, am Park in meinem Viertel - und das um 22.00 Uhr. Sicherlich nicht mal die Rush Hour....


Fazit
Hamburg meldet: Kein Motivationsproblem


Ich ende mit einem Zitat aus der Zeit:
"Wie man es auch dreht und wendet: Bei der Frage nach der Realität landen wir am Ende bei uns selbst, bei den Begrenzungen und kulturellen Prägungen der menschlichen Wahrnehmung. Vielleicht lautet die beste Antwort auf die Frage nach der Realität daher einfach so: Realität ist stets das, was wir dafür halten."

PS: Ich will niemandem sein Motivationsloch absprechen. Wenns nicht läuft, dann läufts nicht. ich bin auch kein Superheld...
Und manchmal macht einen eben auch das Wetter fertig, aber eben nicht nur. Und die Ausrede "das ist ja auch normal im Winter" sollte von unseren Ausredenlisten gestrichen werden.

Wer sieht das ähnlich? Wer sieht es anders?

Kommentare:

  1. Ich liebe es bei Regen zu laufen :D Mein "Motivationsproblem" hab ich viel eher im Sommer, weil es mir dann viel zu warm ist.

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  2. Mir geht das im Winter tatsächlich so. Wenn es draußen kalt wird, zieht es mich nicht mehr zum Laufen und auch nicht aufs Fahrrad. Dann will ich nen Tee und ne Kuscheldecke und dazu ein gutes Buch. Ich gehöre tatsächlich zu denen, die ihr Motivationshoch bei 25-30° im Schatten haben *gg* Aber ich bin halt ein gebürtiges Sommerkind^^

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  3. Also ich will im Winter noch nicht mal das Fenster kippen, weil mir einfach zu kalt ist. Demnach gibts auch viel weniger frische Luft und vielleicht einfach deswegen etwas gesteigene Lustlosigkeit.
    Ich kann im Übrigen Gegenteiliges bestätigen: Keine Fahrräder mehr hier in der Arbeit, viel mehr Autofahrer am Weg.

    Und ich bin da auch ganz froh drüber, denn letztes Jahr durfte ich einige Radfahrer beobachten wie sie auf der glatten Straße mal elegent mitten auf die Fahrbahn gestürzt sind... Am liebsten ja ohne Licht...
    Ich bin ein Frühlings/Herbstkind - also solange die Sonne scheint ;) Aber lieber zu heiß als zu kalt!

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  4. Danke für den Post. Ich kam mir schon ein wenig arschig vor, mit meinem "Nö, hier noch volle Motivation" unter den vielen De-Motivations-Posts :D

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